DANIEL BENJAMIN
Daniel Benjamin entführt den Hörer in eine Unterwelt zwielichtiger Stimmungen und gespenstischer, wie auch zärtlicher Atmosphären und hält ihn für 44 Minuten in seinen musikalischen ‚Carceri di Piranesi’ gefangen.
‚There’s a Deathbed for Your Monster’ bündelt dreizehn Stücke, mit denen der Südwesteuropäer auf geradezu unheimliche Weise wieder einmal seine geradezu chamäleonhafte Vielgesichtigkeit und schockierende emotionale Intensität beweist und schafft Raum für den enormen Output.
Fast scheint es, als sei gerade diese Ungreifbarkeit, diese Fähigkeit zur ständigen Metamorphose die Quelle von Daniel Benjamins künstlerischem Jungbrunnen.
Das Album knüpft, quasi als Teil zwei, nahtlos an seinen ausdrücklich konzeptionell entstandenen Vorgänger ‚There´s A Monster Under Your Deathbed an, jegliche Strukturen wurden abgelegt und der Künstler ließ sich in Spontaneität fallen. Die Songs sind auf seiner Reise nach der letzten Veröffentlichung in Live-Sessions entstanden.
Und auch auf ‚There’s a Deathbed for Your Monster’ nutzt der musikalische Handlungsreisende wieder sein gepflegtes internationales Netzwerk zur wohl niemals endenden Suche nach der eigenen Identität. Stück für Stück wird hier der Webfehler zum Schönheitsfleck veredelt, speist die Blue-Note das bange Gefühl, das Unfertige nährt das Gewisse, auf dass sich der Spannungsbogen doch noch weiter biegen lassen wird.
Bisweilen münden Lärm, Rumoren, Knurren und Grauen in einem gefährlichen Cocktail aus zeitgenössischem Postrock und No-Wave des 21. Jahrhunderts. Über allem klingen versöhnlich das sonore, samtene Organ des Mannes aus Deutschland und die anschmiegsame zweite Stimme seiner griechischen Gattin Eleni.
Auch auf dem vorliegenden Teil 2, ist ‚My Cloud Has Lost Its Silver Lining’, mit seiner ganz besonderen Bedeutung für die beiden, wieder das verbindende Element.
Freakenhausen – Quebec – Nord-Irland – Michigan – Stockholm: Das internationale Netzwerk von Daniel Benjamin und ein Werkzeugkasten für alle Fälle.
Peter Wilson von Duke Special lud Daniel zum gemeinsamen Komponieren nach Belfast ein, Emil Nikolaisen von Serena Maneesh, ein alter Freund aus Oslo, tauscht sich mit Daniel regelmäßig musikalisch aus, Sufjan Stevens vertraute schon in frühen Jahren auf die ostdeutsche Ortskenntnis des Künstlers und nascht bis heute noch gerne von dessen Musik, die er sehr schätzt. Kurzum: Daniel Benjamin ist ein unternehmender Musiker, ein geduldiger Hausierer in Sachen Musik auf der Suche nach dem musikalischen Konsens und nicht zuletzt Diskurs mit Musikerfreunden, Melodien, Tönen, Geräuschen und Strukturen.
Nach einer entspannten Ferienwoche in Haldern nutzte man eine gemeinsame Studiosession, um das nachdenklich, getragene Lowtempo-Stück ‚Give Me a Reason’ mit Thus:Owls in Haldern aufzunehmen. Mitglieder von Loney.Dear, Patrick Watson sowie erprobte Kräfte der Stockholmer Jazzszene bringen diese vertrackte Komposition zum Strahlen. Daniel am Brauner-Mikrophon und an der Gitarre, am Piano Eleni.